Heribert Schauer Präses der KAB

Heribert Schauer Präses der KAB

Kreispräses Ludwig Samereier überreichte dem Stadtpfarrer die Ernennungsurkunde

Der KAB Ortsverband hat mit Stadtpfarrer Heribert Schauer einen neuen Präses. In das Amt führte ihn KAB-Kreispräses Reischachs Pfarrer Ludwig Samereier im Rahmen einer besinnlichen Adventfeier ein.
Vorangegangen war eine Feierstunde mit Adventsmusik, zum Nachdenken anregenden Geschichten, dem Bibelwort Lukas 1,26-38 sowie ein Gebet mit Segensbitte. Der Konsens der Worte sah in den brennenden Lichtern im Advent die Verkündigung von Frieden für den Erdkreis.

"Das Leise dieser Stunde und das Zuhören tut gut", freute sich KAB Ortsvorsitzender Ludwig Weiß, der auf das Besondere des Abends verwies: "Unser neuer Pfarrer – er ist noch kein Jahr da – wird das Amt des Präses übernehmen und der "Chef" Kreispräses Ludwig Samereier wird ihn in die Aufgabe einführen". Es sei eine schöne, ehrenvolle Aufgabe, denn die Neuöttinger KAB sei ein sehr traditionsreicher Verband mit besonderen Aufgaben, dessen erster Präses der berühmte Pfarrer Leeb gewesen sei, erklärte Pfarrer Samereier. Und weiter, er freue sich auch deshalb, weil er Pfarrer Heribert Schauer schon sehr lange kenne und sich noch immer mit Neuötting durch seine Kaplanszeit verbunden fühle. Bei jeder Durchfahrt gingen ihm Gedanken zur Stadt und deren Einwohner durch den Kopf.

Samereier verlas das von Generalvikar Dr. Klaus Metzl unterzeichnete Ernennungsschreiben, das Dekan Pfarrer Heribert Schauer zum 2. November 2016 als Präses benennt. Schauer drückte seine Freude über die "Truppe" aus und stellte die gute Arbeit von Ludwig Weiß und allen anderen der Vorstandschaft heraus.
Abschließend dankte Ludwig Weiß für die zukünftige geistige Begleitung und die Ideen, die Pfarrer Schauer einbringen wird. Darüber hinaus hatte er noch eine Überraschung in petto. Beim diesjährigen Sommerfest der KAB waren 250 Euro zusammengekommen, die der Verband auf 500 Euro aufstockte und dieses Geld per symbolischen Scheck an Stadtpfarrer Schauer für die Kirchturmrenovierung übergab.

Bei der Übergabe der Ernennungsurkunde (v.l.): stellvertretender Kreis- und Ortsvorsitzender Otto Huber, Pfarrer Heribert Schauer, Kreispräses Ludwig Samereier und KAB Ortsvorsitztender Ludwig Weiß. - Foto: Kähsmann

KAB Jubiläuum 2012

KAB stolz auf 100 "unbequeme" Jahre

Appell von MdB Stephan Mayer: "Bleibt mutig und streitbar" - Festleiter Josef Wallner: "Die Politik braucht es"

Bericht aus dem ANA vom 10.09.2012
Das hört man selten: Dass ein Politiker froh ist, dass es einen Verein gibt, der "uns Politikern" immer mal wieder "die Leviten" liest. Beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen des KAB Ortsvereins Neuötting dankte MdB Stephan Mayer - selbst Mitglied der Neuöttinger KAB - den Verantwortlichen des Jubelvereins genau dafür: "Ich bin froh, wenn uns Politikern die Leviten gelesen werden von einem Organ wie der KAB", denn da wisse man, die Ratschläge, die von anderen eher als Rat-Schläge daher kommen, seien auf einem "klaren Fundament erarbeitet und entwickelt". Und er ermutigte die Verantwortlichen: "Bleibt mutig, streitbar und unbequem".

Das Dankeschön für den Appell, weiter unbequem zu sein, kam prompt von Festleiter Josef Wallner - verbunden mit dem Hinweis, "die Politik braucht es".

Überhaupt wurde bei den Grußworten und bei der Festansprache gestern vor 180 Gästen und Mitgliedern im Stadtsaal deutlich, dass die Arbeit für den Verein, der einst als Arbeiterverein gegründet worden war, nicht ausgeht. Sie ist zwar heute anders als vor 100 Jahren, aber zu tun gibt es genug. Stichworte waren unter dem Überbegriff "soziale Gerechtigkeit" unter anderem Arbeitszeit, Leiharbeit oder befristete Arbeitsverträge, aber auch Gleichstellung im Berufsleben sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Den Reigen der Grußworte eröffnete nach der Begrüßung durch den Ortsvorsitzenden Ludwig Weiß Schirmherr Bürgermeister Peter Haugeneder. Er sprach das aktuelle Thema der Altersarmut an und meinte, hier sei es wichtig, dass die KAB "auf dem Boden der christlichen Soziallehre" mit dazu beitrage, "dieses Problem dauerhaft zu lösen, weil davon auch sehr viel sozialer Frieden abhängt". Das Motto der KAB, Arbeit gerecht zu gestalten, sei ein "gemeinsames Anliegen, das wir für unsere Gesellschaft haben".

Auch MdB Stephan Mayer griff zusätzlich zu seinem erwähnten Appell das Handeln gegen eine Altersarmut als eine große soziale Herausforderung auf und betonte, dass die soziale Lage der Familien in Bayern heute lange nicht mehr so gut sei wie noch vor 20 Jahren. Die KAB sei hier stets ein wichtiger Kompass: Ihr, so Mayer, gelinge es, "die Interessen der Wirtschaft mit sozialen Gedanken zu verbinden".

MdL Ingrid Heckner unterstrich, dass die Gerechtigkeit, die die KAB fordere, auch empfunden werden müsse. Dabei müsse jeder für sich Verantwortung tragen und dann "für andere übernehmen". Heckner wies auch darauf hin, dass Arbeit nicht nur ein Mittel zum Geld verdienen sei, sondern auch ein "zentrales Element gesellschaftlicher Teilhabe".

Das Stichwort Geld und Moral hatte Konrad Heuwieser als Stellvertreter des Landrats in seinem Grußwort aufgenommen. Er machte den Unterschied deutlich zwischen der Verkäuferin, die bei einem kleinen Vergehen eine hohe Strafe bekommt, und jenen "hochbezahlten Leuten", die viel größere Verbrechen begingen, "die dem Staat schaden und dann noch hohe Abfindungen bekommen".

Die Schere zwischen Arm und Reich, die trotz guter Wirtschaftsdaten immer weiter auseinanderklafft, war ein Thema der Festansprache von Diözesanvorsitzender Angelika Görmiller. Sie führte die "Zunahme von prekären Arbeitsverhältnissen" an, die es den Menschen zunehmend schwer machten, von ihrem Einkommen zu leben. In dem Zusammenhang bezeichnete sie es als "pervers", dass man über Zusatzrenten für Menschen, "die immer gearbeitet haben", reden müsse. Bei der Rente brauche es Solidarität, aber genau das sei es, was es zwischen Arm und Reich am wenigsten gebe. Sie äußerte den Wunsch, "dass die Politik die Kriminellen im System nicht davonkommen lässt".

Weitere Grußworte sprachen Diözesansekretär Tomas Steger, der die Leitlinien von BMW mit denen der KAB verglich, und der stellvertretende Kreisvorsitzende Anton Ebner, der informierte, dass der KAB-Ortsverband Neuötting der mit dem aktuell stärksten Mitgliederzuwachs sei.

EHRUNGEN
Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurde Paul Dörfl geehrt,

für 57 Jahre: Josef Staudinger,

für 50 Jahre: Alois Starflinger.

In Abwesenheit wurden Hans Thoma (für 61 Jahre), Rudolf Gunkl (für 51 Jahre) und Pfarrer Georg Ebertseder (für 45 Jahre) ausgezeichnet.